Desenzano

Der Dom Santa Maria Maddalena[1]

Diese Kirche wurde erst in den Jahren 1586 bis 1611 von dem Brescianer Architekten Giulio Todeschini anstelle einer früheren Marienkirche errichtet, von der nur der Glockenturm erhalten ist. Den heutigen Dom gab es also zu Angelas Lebzeiten noch nicht. Dennoch gibt es gute Gründe hineinzugehen.

Der Dom ist 10-12 Uhr und 15-18 Uhr geöffnet. Vom Haupteingang links die erste Seitenkapelle war ursprünglich die Kapelle der Familie Pace. 1613 wurde sie Angela Merici geweiht. Seitdem befindet sich ein Armknochen der Heiligen hier. Das ursprüngliche Reliquiar von Pietro Arici wurde 1983 gestohlen. Die Reliquie wurde wieder aufgefunden und in einem neuen Gefäß geborgen.

Das Altarbild hat öfter gewechselt. Es ist kein großes Kunstwerk, aber ein Ausdruck der Verehrung der Stadtpatronin.

Bemerkenswert sind dagegen die relativ kleinen Gemälde rechts und links der Stufen zur Angelakapelle. Es sind Werke des Desenzaner Maler Pietro Rizieri Calcinardi, der im Jahre 1841 diese sechs Stationen aus dem Leben Angela Mericis dargestellt hat: Das Familienleben in Le Grezze, die Vision der Leiter, Angelas Begegnung mit Francesco Sforza, die gefährliche Rückfahrt von Jerusalem, ihre Audienz bei Papst Clemens VII. und Angelas Tod.

In den Konchen der Seitenkapelle befanden sich zwei schlichte Glasfenster zu Angelas Leben; sie wurden leider in den vergangenen Jahren entfernt.

In der linken großen Kapellennische befindet sich eine Altartafel, die eine von Engeln gekrönte Maria darstellt. Das Werk eines anonym gebliebenen Manieristen stammt aus der entsakralisierten Kirche S. Maria de Senioribus. Aus derselben Kirche ist auch die Altartafel der rechten Nische mit den Heiligen Rocco und Sebastian, die mit der heiligen Jungfrau die Dreifaltigkeit anbeten.

Im rechten Seitenschiff befindet sich fast genau der Angelakapelle gegenüber ein Altarbild, das Domenico Cignaroli zwei Jahre nach der Seligsprechung Angela Mericis gemalt hat und das Angela zusammen mit den Heiligen Antonius von Padua und Luigi von Gonzaga darstellt.

Von den zahlreichen weiteren Gemälden in dieser Kirche verdient vor allem „Das letzte Abendmahl“ von Tiepolo Beachtung; es befindet sich in der Anbetungskapelle.

Lohnend ist ein Blick in die alte Sakristei. Hier befindet sich die Kopie eines bemerkenswerten Angela-Bildes. Das Original wurde dem Brescianer Porträtmaler Alessandro Bonvicino, genannt Moretto zugeschrieben, der es der Überlieferung nach am offenen Sarg Angelas gemalt hat. Das Original ist verschollen. Aber es gibt eine Reihe von Kopien, vermutlich weil jede der jungen Gemeinschaften dieses Bild haben wollte. Es ist das Bild der toten Angela, die wie eine Lebende gemalt ist, lediglich die in Grau- und Brauntönen gehaltene Farbgebung deutet an Umstand der Entstehung an. Dies ist das einzige authentische Porträt Angela Mericis!

Früher hing in diesem Raum auch noch eine „Grablegung“ von Francesco Giugno, die neben Maria Magdalena auch Angela Merici dargestellt; inzwischen wird das Gemälde im Stadtmuseum ausgestellt.

 

 Dom Santa Maria Maddalena

 

Calcinardi - Rückfahrt von Jerusalem

 

Angela beim Papst

 

Cignaroli - Angela Merici und Antonius