"Auf ein Wort ..."

Gemeinschaft

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Wir und Ihr

Wie das WIR und das IHR zu einer Gemeinschaft werden kann

In Angela Mericis Schriften finden sich wichtige Aussagen zum Jahresthema: „Vielmehr sollen all unsere Worte, Handlungen und Absichten immer denen, die mit uns Umgang haben, zur Ausrichtung und zum inneren Nutzen dienen, indem wir stets die Liebe im Herzen wachhalten“ (Regel, S.23). Meist geht es um das WIR und IHR der Mitglieder der Gemeinschaft und ihrer Verantwortlichen: „Die vier Jungfrauen sollen vor allem die Aufgabe haben, alle in der Stadt wohnenden Schwestern […] vierzehntägig zu besuchen, um sie zu stärken und um ihnen zu helfen, falls sie sich in einem Streit oder irgendeiner anderen leiblichen oder seelischen Bedrängnis befinden…“ (a.a.O., 25). Keine Schwester soll allein leben: „Wenn aber nur eine allein bleibt, dann soll eine andere sie in ihr Haus aufnehmen…“ (a.a.O., 26). Angela denkt an alle Generationen: „Wenn es unter ihnen Alte gibt, die nicht für sich selbst sorgen können, sollen sie aus Liebe unterstützt und betreut werden…“ (a.a.O.). Den Leiterinnen sagt sie, in welcher Gesinnung sie ihre Aufgaben erfüllen können: „So habt ihr auch zu bedenken, in welcher Weise ihr sie [die Frauen] schätzen müsst. Denn je mehr ihr sie schätzt, desto mehr liebt ihr sie, und je mehr ihr sie liebt, desto größere Fürsorge und Achtsamkeit bringt ihr ihnen entgegen. Es wird euch unmöglich sein, sie nicht alle, jede einzelne, Tag und Nacht gegenwärtig und im Herzen eingeprägt zu haben; denn so handelt und wirkt wahre Liebe“ (Ricordi, 29).

In den Ricordi ergänzt sie: „… haltet euch für Helferinnen und Dienerinnen, und bedenkt, dass ihr es nötiger habt, ihnen zu dienen, als sie, von euch bedient und geleitet zu werden…“ (a.a.O., 30).

Es soll immer wieder Gelegenheit geben, sich zu treffen, um die Gemeinschaft zu stärken. Und dies hat verschiedene Perspektiven: „Ihr sollt oft […], besonders an den Festtagen, eure geliebten Töchter und Schwestern besuchen und grüßen, sehen, wie es ihnen geht, sie stärken, sie ermutigen…“ (a.a.O., 34), und in Angela Mericis Vermächtnis heißt es: „Bei dieser Gelegenheit sollen sie sich auch als liebe Schwestern erfahren und, indem sie geistliche Gespräche miteinander führen, sich erfreuen und einander trösten“ (Vermächtnis, 48).

Anhand dieser Zitate können wir das WIR und das IHR erleben, wie Angela Merici es sich für ihre Gemeinschaft vorgestellt hat. Wenn das WIR und das IHR sich innerhalb der Gruppe um ein Leben in Nächstenliebe müht, gelingt dies auch im Miteinander der beiden Gruppen und wirkt auf andere Menschen außerhalb der Gruppen, wie es im Vermächtnis heißt: „Daran wird die Welt erkennen, dass ihr zu mir gehört, wenn ihr einander liebt. So sind Liebe und Eintracht zugleich sichere Zeichen, dass man auf dem guten und Gott gefälligen Weg ist“ (50).

Susanne Heinrigs, Angelakreis Rheinland

 

Bild: Gründung der Compagnia di Sant’Orsola  Chiesa S. Angela, Unterkirche, Brescia

 

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Seid untereinander
durch das Band der Liebe verbunden,
indem ihr einander schätzt,
euch beisteht und einander ertragt
in Jesus Christus.
Denn, wenn ihr euch darum bemüht,
wird Gott der Herr
zweifellos in eurer Mitte sein“

Angela Merici, Letztes Gedenkwort, S. 39