"Auf ein Wort ..."

Angelas Weitblick

 

„Mit Klugheit, Mut und Zuversicht“ –  Angelas Weitblick

Vielleicht denken jetzt einige: „Schon ein wenig abgegriffen!“ Die drei Begriffe“ aus dem Titel des Buches von Anne Conrad kennen wir gut. Ich habe sie dennoch gewählt, weil sie mich in unserem Heute sehr nachdenklich stimmen und ermutigen. Weshalb?

Klugheit: ein Wort, das in unserer Alltagssprache nicht mehr oft gebraucht wird. Effektivität, kurze Texte und oft oberflächliche Nachrichten füllen die Medien, die auf Kurzlebigkeit ausgerichtet sind, die oft Angst schüren und Sinnstiftung verhindern. Umso notwendiger scheint mir, einander Zeit und Räume zu eröffnen, in denen Klugheit und Weitsicht reifen dürfen - in wertschätzender Auseinandersetzung, in persönlicher Begegnung, in Stille und Gebet. Dass viele Menschen mit uns Ursulinen auf unterschiedliche Weise dazu beitragen, das Evangelium und die Worte unserer heiligen Angela erfahrbar zu machen, ist ein unbezahlbarer Schatz.

Mut: Ich las kürzlich, dass junge Menschen sich einen Ort wünschen, an dem sie sich angenommen fühlen, wie sie sind. Gruppendruck, und Selbstoptimierungszwang erschweren ihr Leben. Fehler machen dürfen, ohne Ausgrenzung erleben zu müssen, Schutzraum erfahren, um Neues zu versuchen, Aufstehen können mit Rückgrat und füreinander Einstehen– dahin geht ihre Sehnsucht. Angela lebte es uns vor.

Zuversicht: „Hoffnung leben – Hoffnung geben“ war das Motto des Österreichischen Katholikentages 1983. Wir leben alle von der Hoffnung: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – Dieser Verheißung zu trauen und sie zu den Menschen zu tragen, dass Christus es ist, der uns trägt, führt uns zu jenem Wort, das Angela uns im letzten Vermächtnis hinterließ.

Uns allen wünsche ich immer wieder glückliche Momente, in denen Freude und Dankbarkeit erfahrbar werden für unsere Berufung in der Nachfolge Jesu Christi auf den Spuren unserer heiligen Angela.

Sr. Maria Riedl, Graz

Foto :Sr. Maria Riedl osu

 

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„Seid dessen gewiss,
dass diese Regel unmittelbar von seiner Hand gepflanzt worden ist
und dass er diese Gemeinschaft niemals verlassen wird,
solange die Welt besteht.
Glücklich die, die sich aufrichtig und mit allen Kräften
 für diese Gemeinschaft einsetzen.“  

Angela Merici, Letztes Vermächtnis