Manchmal werde ich gefragt: „Und warum fastest du eigentlich?“ Ja, warum? Die heilige Theresia vom Kinde Jesus hat für sich erkannt, dass es nicht wichtig ist, daran zu arbeiten eine Heilige zu werden, sondern vielmehr sich zu bemühen, Gott Freude zu machen. Aber was macht Gott Freude?
Vielleicht entdecke ich auf dem aktuellen Weg mich selbst und kann mich an der Person freuen, die ich geworden bin – denn so bin ich von IHM gewollt.
Auch das Fasten selbst kann eine Entdeckung sein. Denn wenn ich aufmerksam bin, werde ich erkennen, was mir guttut und was mich im Alltag mit meinen Mit-Menschen bestärkt. Und vielleicht erfahre ich auch das Heilige in meinen eigenen Schwächen.
Wenn wir auf diesem Weg unseren Glauben neu fühlen lernen, erleben wir die Fastenzeit nicht als ein Müssen, sondern als ein Dürfen.
Du
ermutigst uns jeden Tag
einen Weg in die Tiefe zu wagen
um Dir begegnen zu können
in Selbsterkenntnis und Solidarität
Du
bestärkst uns immer wieder
der Stimme unseres Herzens zu folgen
im gemeinsamen Ringen
um die Unterscheidung der „Geister“
Du
führst uns in die Weite
zu den suchenden Menschen
die dürsten nach deiner Gerechtigkeit
die hungern nach deiner Barmherzigkeit
Pierre Stutz
Sr. Martina Drutschmann osu, Erfurt
Bild: von aergtrh auf Pixabay (bearbeitet)
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herr jesus
gib uns bitte demut
und einsicht und stärke
achtsam und fair zu leben
Aus einem Gebet zur Fastenzeit von Michael Lehmler