Auf ein Wort ...

Die Erde heilen

 

Weihnachten ist vorbei, nun auch Silvester und damit das Jahr 2025. Was für ein Jahr! Es war voller Ereignisse, und nicht wenige haben mich beunruhigt.

Ich habe nicht erwartet, dass Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit als US-amerikanischer Präsident die Demokratie seines Landes so konsequent in eine Autokratie umwandelt und der Protest dagegen fast unhörbar bleibt.

Ich habe nicht erwartet, dass die Zerstörung in der Ukraine, in Gaza, im Sudan – und wo noch überall! – so verheerend wird und kein Ende absehbar ist.

Ich habe nicht erwartet, dass unsere neue Bundesregierung in der Migrations- und der Sozialpolitik derart unmenschlich vorgeht und dafür so viel Zustimmung erntet.

Ich habe nicht erwartet, dass die Klimakonferenz in Belem nahezu ergebnislos endet und kein Aufschrei um die Welt geht.

Die Liste ist leicht fortzusetzen.

Ist es da tröstlich, dass das Weihnachtsevangelium ein ähnliches Bild für seine Zeit malt? Wir dachten, das sei Geschichte. Aber vielleicht ist es genau die Erfahrung, der sich die Menschen aller Zeiten stellen müssen: Gott kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf (Johannes 1,11).

Trotz allem: Die Sehnsucht, dass es anders, menschlicher werde auf dieser Erde, ist tief in uns drinnen, wie der Wunsch der kanadischen Ojibway-Indianer zeigt. Auch ich wünsche uns, dass wir wieder lernen, mitfühlende Menschen zu werden. Das geschieht nicht ohne persönliches Engagement. Die „Könige“, die das Kind in einem Palast suchen und es in einem Stall finden, gehen uns voraus, unver-drossen. Lasst uns wie sie entschieden und mitmenschlich durch das Jahr 2026 gehen, „um die Erde zu heilen“!

Sr. Brigitte Werr osu, Straubing

Bild:
Aus dem Hortus Deliciarum der Abtissin Herrad von Landsberg,in einer Reproduktion von Christian Maurice Engelhardt von 1818
(gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org)

 

zur Druckversion

 

 

 

 

Möge Gott uns Liebe,
Mitgefühl und Würde lehren,
so dass wir die Erde heilen können
und auch uns selbst.

Segensspruch der Ojibway-Indianer