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Die Reformbewegung
Die kirchliche Reformbewegung nach dem Konzil von Trient führt zu verstärkten Bemühungen um die Unterweisung in der christlichen Lehre. In diesem Zusammenhang entsteht 1566 in Mailand eine Ursulinengemeinschaft, gefördert vom Erzbischof Carlo Borromeo. In Verbindung mit anderen Laiengruppen nehmen sich die Ursulinen vor allem der weiblichen Jugend an. Der Not der Zeit entsprechend betreuen sie auch Mädchen in Waisenhäusern. Dort beginnen sie in Gemeinschaft zu leben.
Der Schritt zum Orden
Im Rahmen dieser Bewegung entstehen auch in Frankreich zu Beginn des 17. Jahrhunderts auch in Frankreich Frauengemeinschaften, die sich nach dem Vorbild der Mailänder Ursulinen dem Katechismusunterricht widmen, aber zunehmend auch die Elementarfächer Lesen, Schreiben, Rechnen und Handarbeit hinzunehmen.
Die französischen Ursulinen streben nach einer Verbindung von Tätigkeit und Kontemplation und nehmen deshalb die monastische Lebensweise an. dabei spielt neben dem Bedürfnis nach kirchlicher und gesellschaftlicher Anerkennung auch der Zug der Zeit zu Mystik und Verinnerlichung eine entscheidende Rolle. In dieser Lebensform als Orden mit Klausur breitet sich die Gemeinschaft in ganz Europa und nach Nordamerika aus.
Die Mädchenbildung
Nach den Repressionen in der Französischen Revolution und der Säkularisation kommt es Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer neuen Blütezeit des Ursulinenordens. Zugleich wächst die Bedeutung der Klosterschulen für die Mädchenbildung.
Tiefe Einschnitte gibt es in Deutschland noch einmal während des Preußischen Kulturkampfes 1875-88 und inder Zeit des Nationalsozialismus 1933-45.
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Ursulinen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Schulwesens. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts übergeben viele Gemeinschaften die Trägerschaft der Schulen in andere Hände und wenden sich zum Teil anderen apostolischen Aufgaben zu.
Die Rückbesinnung auf Angela
Das Zweite Vatikanische Konzil verweis die Orden auf ihre Quellen. Die Besinnung auf die Gründerin Angela Merici weitet den Blick für die sich verändernde Rolle von geistlichen Gemeinschaften in einer pluralistischen Gesellschaft. So gewinnen auch andere Formen des Zusammenlebens an Bedeutung: neben Konventen stehen nun kleine geistliche Gemeinschaften und die Weggemeinschaft mit Laien. Die Mitglieder möchten wie bei Angela Sauerteig sein in dem jeweiligen Lebensbereichen.
Entscheidend ist heute wie damals, sich im Hören auf den Heiligen Geist "mit weitem und sehnsüchtigem Herzen" offen zu halten für die Fragen und Nöte der Zeit.
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