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Stein und Pflanze

Leben

Dieses Foto übt eine deutliche Anziehung auf mich aus. Mich fasziniert es vor allem durch den Kontrast, der da sichtbar wird:

harter Stein – zarter Farn,
massive Brocken – filigrane Gebilde,
eintöniges Grau – lebendiges Grün.

Das Zarte, Lebendige, Zerbrechliche spricht mich an. Der grüne Farn weckt in mir eine Bewegung, eine Emotion - Sehnsucht. Es ist die Sehnsucht nach Leben, Wachstum und Erneuerung. Die Sehnsucht danach, dass das Harte doch aufgebrochen werden könne, dass sich das Erstarrte doch lösen wolle, dass das Erkaltete und Tote doch erwärmt, durchströmt, belebt werden könne.

Das Foto ist ein alltägliches Bild, ein normales Frühlingsbild, vielleicht ein Osterbild. Für mich ist es auch ein sehr starkes Pfingstbild. Seine Kraft bezieht es aus der leisen Tatsache, dass da eine Pflanze unter schier unmöglichen Bedingungen wächst.

Wenn ich an Pfingsten denke, bin ich geneigt, nach Auffälligem, Spektakulärem Ausschau zu halten. Dieses Bild erinnert mich an das leise, sanfte Säuseln, in dem Elija Gott entdeckt. Das Wirken des Heiligen Geistes ist so leicht zu übersehen. Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir uns gegenseitig darauf aufmerk-sam machen.  

Sr. Angela Maria Antoni OSU


Heiliger Geist,
vom Sohn verheißen, vom Vater gesandt,
unser Beistand und Lehrer.

Du leise Stimme,
dringe in das Ohr meines Herzens,
damit ich vernehme, was du von mir willst.

Du bewegende Kraft,
treibe mich an, deinen Ratschlägen und Anregungen zu folgen,
damit ich ausführe, was du mir zu tun in die Hände legst.

Aus: Beten mit Angela Merici

Mai 2010

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