


Er, der das Wort ist, wurde Fleisch
und schlug sein Zelt unter uns auf.
Das ist die Formulierung von Johannes 1,14, wenn man den Kommentar der Neuen Genfer Übersetzung zu Hilfe nimmt. Tatsächlich ist ja der Stall als Ort der Geburt Jesu alles andere als ein festes, schützendes Haus: eine Notunterkunft, etwas – hoffentlich – Vorläufiges.
Auch die Weihnachtsfreude, die mit uns geht, enthält dieses Vorläufige, nicht nur weil wir sie in unseren Alltagsgeschäften bald beiseitelegen, nicht nur weil schon am zweiten Weihnachtstag das Fest des Märtyrers Stephanus an das Kreuz erinnert, sondern vor allem weil wir die Menschwerdung Gottes mit unserem Verstand nur bruchstückhaft erfassen können.
Mit welchem Lebensgefühl kann man in einem Zelt wohnen? Es bedeutet Verzicht auf Bequemlichkeit und zugleich Freiheit, Bereitschaft zum Aufbruch – ein Programm fürs Ordensleben?! Die jungen Gemeinschaften unserer Tage leben es sehr viel konsequenter als wir und ziehen suchende Menschen an.
Wie gewinnen wir diese Leichtigkeit des Lebens, mit der man alles auf eine Karte setzt: „Was fehlt mir noch?“ fragt der reiche Jüngling Jesus. Nur eines: „Verkaufe alles…“ Was müsste ich alles verkaufen, um in einem Zelt leben zu können und um bereit zu sein, mein Zelt abzubrechen und loszugehen?
„Das Wort wurde Fleisch und schlug sein Zelt unter uns auf.“ Ich möchte mir in diesem beginnenden Jahr immer wieder bewusst machen, dass Gott bei mir in meiner Vorläufigkeit lebt. Das könnte mir Mut machen aufzubrechen, wohin Er mich ruft.
Sr. Brigitte Werr OSU
Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben
und das Leben war das Licht der Menschen.
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